Liturgische Kolumne

Dann goss er Wasser...

... in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen. Sklavenarbeit. (Joh 13)

Die Fußwaschung ist in der Kirche schon seit dem 4. Jh. im Rahmen desTaufritus überliefert. In den Klöstern lebt dieser Ritus fort. Dort wird Gästen und Armen die Fußwaschung geschenkt. Während das Messbuch von 1570 die Fußwaschung am Ende vorsah, legt sie die Neuordnung der Karwochenliturgie 1955 hinter Evangelium und Predigt. Die traditionelle Zwölfzahl der Männer findet sich im neuen Messbuch nicht mehr.*

Was denken Sie eigentlich, wenn Sie die Fußwaschung am Gründonnerstag erleben? ... mal ehrlich ... ich weiß jedenfalls, was einige denken, die zur Fußwaschung eingeladen sind. ‚Ist mir peinlich’... ‚warum gerade ich...’ und jedes Mal erklärt der Pfarrer, dass dieses Zeichen im Johannesevangelium anstelle der Einsetzung des Abendmahles steht. Jesus tut diesen Dienst, um uns für genau den gleichen Dienst vorzubereiten. In unserer Gemeinde werden oft Menschen ausgewählt, die sonst diesen „Fußwasch-Dienst“ an anderen tun, die Mitarbeiter/innen im Tagescafé; die Gemeindemitglieder, die liturgische Dienste tun; die Familienmusiker, die üben und üben, damit die Sonntagsliturgie schön wird; die Katecheten, die Gremienmitglieder. Ja, aber... das ist doch selbstverständlich ... nein, Berufung ist nicht selbstverständlich. Auch Petrus hat sich gewehrt... „Du Herr, willst mir die Füße waschen?“ Und Jesus erwiderte ihm: „Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir.“ Nur, wenn wir Anteil an Jesus haben, wenn wir seine innerste Haltung übernehmen, ist unser Dienst echt und ehrlich; nur wenn wir das, was wir tun im Namen Jesu tun, wird es glaubhaft.

Danke allen, die sich die Fuße waschen lassen, um so gestärkt zu werden, diese Haltung Jesu zu übernehmen.

cb aus: pastoral-liturgisches Handlexikon, Herder

 

 




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