Liebe Gemeinde,

in der Karwoche gehen wir mit Jesus den Weg des Leidens und Sterbens. Am Ende steht die größte und für unser menschliches Leben bedeutendste Feststellung: „Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaft auferstanden.“ Es bedeutet den Durchbruch ins Leben, den Erweis, dass unser Leben mit dem Tod nicht endet, sondern in der Nachfolge Christi in die Ewigkeit Gottes reicht, in seiner Liebe geborgen ist und wir in Ihm gehalten sind. Noch weiter geht die Bedeutung des Ostergeschehens. Wir sind in Gott Entschuldete, Befreite, Versöhnte und das, weil Er uns liebt. Dieser reinen Liebe dürfen wir mit Maria Magdalena am leeren Grab staunend begegnen. Wir entzünden das Osterfeuer inmitten des Dunkels der Nacht als Symbol für die Überwindung der Dunkelheit des Todes durch die Liebestat Jesu. Wir gehen in der Prozession dem Licht der Auferstehung im Morgen des Ostertags in der Liturgie entgegen. Wie das Volk Israel durch die Feuer-und Wolkensäule der Sklaverei entfloh, so sind wir aus der Sklaverei des Todes errettet durch das Bei-uns-sein Jesu. Er scheute die Solidarität mit den Armen und Entrechteten nicht, sondern wählte den Weg  des Leidens, um alle - auch den Letzten - in seinem Sterben mitzunehmen in die lichtvolle Versöhnung Gottes. Die Texte der Heiligen Schrift zeigen uns den Weg auf vom Schöpfungsbeginn, über die Geschichte des Volkes Israel mit ihren Propheten bis in die Zeit der Urchristlichen Gemeinde. Es ist ein Weg der Erfahrungen mit Gott, dem verborgenen guten Vater, der uns durch alle Versuchungen hindurch führt und leitet. In Christus sind wir alle lebendig. In Ihm ist uns schon heute bewusst, dass Leben mehr ist als unsere Sinne erfassen und unser Verstand wahrnehmen kann. Unser Leben reicht in die ewige Liebe Gottes hinein, denn dort hat es seinen Ursprung genommen und dahin sind wir unterwegs. Ostern verkündet dieses Heil für alle Menschen. Die an Christus Glaubenden dürfen mit diesem Wissen im Heiligen Geist, in mitten einer oft blinden Welt, in der Freude der Auferstehung leben. Dieser Jubel und Lobpreis bekommt mit den Worten der Psalmen seinen geschichtlich gewachsenen Klang und wird in der österlichen Botschaft mit neuem Geist gefüllt. Dieser Aufbruch ist im Frühlingstitelbild stimmungsvoll eingefangen. Der zart grüne Neubeginn jubiliert sonnengelb in jeder Blüte, die nach neuem Leben singt und trompetet den Jubel, aus der Ewigkeit kommend, in unsere Welt. Alles blüht und der Duft des neuen Lebens betört uns inmitten der im Irdischen gefangenen Welt mit der Hoffnung der ewigen Liebe Gottes, die uns sehnsuchtsvoll ruft. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie die unbändige Freude der Auferstehung, die uns allen von unserer Zukunft erzählt: Frohe Ostern!

 

Ihr Pfarrer

 

 

 

Bertram Tippelt

 

 




Show details for Alle Dokumente in dieser RubrikAlle Dokumente in dieser Rubrik