Liebe Gemeinde,

der Sommer beginnt. Die Zeugnishürde wartet noch auf die Schulkinder . Dann ist es geschafft. Die Ferien sind da. Wir dürfen die Schöpfung einatmen, manche zu Hause, auf den Wegen durch unsere Stadt oder in der kleinen Gartenparzelle, manche auf dem Balkon, andere fahren in den Urlaub in nahe oder ferne Ziele, manche zu Verwandten oder Freunden. Der Sommer ist da und das Lebensgefühl ändert sich für eine kurze Zeit. So wünsche ich es mir jedenfalls. Die innere Aufmerksamkeit für die tausend Wunder um mich herum und in mir wird wach. Die Ruhe in mir wächst. Die Natur erlebe ich und mich selber als Teil von ihr. Je mehr ich dieser Erfahrung bewusst Raum gebe, desto tiefer spüre ich das Geschenk des Lebens. Dankbarkeit steigt in mir auf und Zufrieden-heit breitet sich aus. Der Himmel berührt die Erde und Gott der Schöpfer meine Seele, sein Geschöpf.

Es ist so heilsam im Rhythmus der Natur zu beten. Das wortlose Beten der Schöpfung spüre ich in den Farben des Himmels, im Duft der Blumen und Gräser, im Wiegen der reifenden Ähren auf den Feldern. Das Gebet der Bäume singt sich mir im Entgegenstrecken der Äste und im Rauschen der Blätter im Wind in die Seele. Die ganze Schöpfung jubelt himmelauf und animiert mich einzustimmen.

Von dieser Gebetssymphonie angezogen singe ich aus tiefer Seele mit dem Psalmisten in den Himmel:

„Du führst mich hinaus ins Weite. Du machst meine Finsternis hell.“

Eine solche heilsame Erholung der Seele und des Gemüts wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie. Lassen Sie sich vom Schöpfergott durch die Wunder seiner Schöpfung berüh-ren. Genießen Sie den Wind in den Haaren, den Regen im Gesicht, den Duft des Sommers in der Nase, das Zwitscherkonzert der Vögel, das Rauschen des Meeres und die frische der Luft in der Tiefe des Atemholens bewusst und dankbar.

Vielleicht gehen Sie in eine alte Kir-che und ruhen dort aus. Mich beein-drucken die Glaubenszeichen unserer Vorfahren. Schon im nächsten Dorf ist das in der Mark erlebbar. Die Energie, die großen Felssteine aufeinander zu schichten, ist zum Greifen und das Beten der Menschen vor uns in der Stille hörbar. Lassen Sie die Steine für sich beten. Hören sie den stillen Klang des Bittens und Dankens im Gesang und Atemrhythmus der Psalmen, der alten Melodien und neuen Lieder.

So betet der Mensch und fügt sich in den Schöpfungsgesang ein. Erde und Himmel verbinden sich und werden eins im Lobpreis Gottes. Heil erwächst für das Leben.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen Urlaub und Ferien, Erholung und die Freude inmitten des Alltags mit der Schöpfung heilsam zu beten.

Herzlich Ihr Pfarrer

 

Bertram Tippelt

 

 




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